Glockenturm am Olympiastation in Berlin
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Ausstellung

Geschichtsort Olympiagelände 1909 – 1936 – 2006
Eine Dokumentationssusstellung des Deutschen Historischen Museums (DHM), gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Abb.: Blick in die Ausstellung

Die Dokumentationsausstellung zum Olympiagelände bietet Informationen über die wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte. Die unter dem Glockenturm gelegene Langemarckhalle wird in diesen historischen Zusammenhang gestellt.
Pressestimmen zur Ausstellung finden Sie hier

Die Dokumentationsausstellung gliedert sich in fünf Teile:

Von Turnvater Jahn bis zur Gleichschaltung des Sportes
Der erste Teil behandelt die Veränderungen der Bedeutung des Sports in der deutschen Gesellschaft. Es führt von den Anfängen der deutschen Turnbewegung im 19. Jahrhundert über die Arbeitersportbewegung und die zunehmende Popularität des aus Großbritannien kommenden Sports bis hin zur nationalsozialistischen Gleichschaltung der Sportkultur. Abb.: Postkarte zum XII. Deutschen Turmfest in Leipzig, 1913, Deutsches Historisches Museum Berlin.

Die Olympischen Spiele 1936

Der zweite Teil konzentriert sich auf das Ereignis, das die Ausdehnung des Geländes begründete und die bis heute erhaltene Bebauung zur Folge hatte: die Olympischen Spiele von 1936. Ihre massen- und medienwirksame Inszenierung durch die nationalsozialistische Propaganda steht hier im Zentrum. Abb.: Vierfacher Goldmedailien Gewinner Jesse Owens 1936, Deutsches Historisches Museum Berlin

Baugeschichte des Olympiageländes

Abb.: Blick auf die 3D-Animation

Der dritte Teil führt durch die Etappen der Baugeschichte. Sein Kern ist eine kommentierte 3D-Animation, die im Zeitraffer die einzelnen Etappen visualisiert, in denen das Gelände seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute erschlossen, erweitert und verändert wurde.

Nutzung des Olympiageländes bis heute
Im vierten Teil
steht die Nutzung des Geländes bis heute im Mittelpunkt. Das Areal verband vorbildliche Sportanlagen mit dem für Masseninszenierungen gedachten Maifeld und der dem Heldenkult und Toten-Gedenken gewidmeten Langemarckhalle. Heute hat sich das Olympiastadion als ständiger Austragungsort für zwei sportliche Großveranstaltungen etabliert: Das internationale Stadionfest (ISTAF) und die Endspiele um den Pokal des Deutschen Fußballbundes ziehen alljährlich viele tausend Besucher an.

Abb.: Blick auf Olympiastadtion und Maifeld während der Fußball-weltmeisterschaft 2006

Geschichte des Langemarck-Mythos
Der abschließende fünfte Teil
schließlich kommentiert Ursprung und Geschichte des Langemarck-Mythos. Dieser entstand im Ersten Weltkrieg als Verklärung des angeblich freudigen Opfertodes jugendlicher Kriegsfreiwilliger in einer militärisch fehlgeschlagenen Offensive.

Abb.: Blick in die Langemarckhalle

Zur Vertiefung wird ein Film mit teilweise unbekanntem zeitgenössischem Material gezeigt. Durch den Film geleitet der Journalist und langjährige Chefredakteur des ZDF Reinhard Appel. Seine Erlebnisse als Jugendlicher – jene als Zuschauer bei den Olympischen Spielen wie auch als Hitlerjunge, der in den letzten Kriegstagen auf dem Reichssportfeld stationiert war – stehen stellvertretend für die Erlebnisse einer ganzen Generation.

Abb.: Blick in den Kinoraum